Forschung

23.10.2019
Das Institut erarbeitet derzeit eine Studie zum Thema: "Präventive und gesundheitsfördende Funktion der Belcanto-Gesangstechnik "Canto sul fiato" und ihre Rolle bei der Interpretation des dramatischen Opernrepertoires".

Ziel der Studie

Ziel der Studie ist es, den Prozess der Unterrichtung der Sänger in der Gesangs- und Atmungstechnik “Canto sul fiato” zu verfolgen und die Auswirkung dieser Technik wie auf den Körper des Singenden, so auf die Ergebnisse der künstlerischen Arbeit des Sängers zu beschreiben. 

Der Ausgangspunkt

Die gesundheitlichen Probleme der Opernsänger werden nur selten angesprochen. In der Branche zählen vor allem die Leistungen, die die Opernsänger auf der Bühne vollbringen. Die Gründe der immer kürzer werdenden Karrieren, unter denen sich öfters die gesundheitlichen Probleme der Sänger verbergen, werden in der Branche quasi tabuisiert.

Selbst unter den versiertesten Künstlern, die mit der Stimme auf der Opernbühne gearbeitet haben, gab es nicht selten verwirrende Fälle. Man könnte an dieser Stelle die Namen wie Montserrat Caballe, Dmitri Hvorostovsky, Cheryl Studer oder Johan Botha erwähnen, die im Laufe ihrer Karrieren die gravierenden Übergewichtprobleme bekommen haben (Caballe, Studer) oder sogar mit ihrem eigenen Leben bezahlt haben (Botha, Hvorostovsky). 

Die Forschungsrichtung der Studie

Die Gesangs- und Atmungstechnik „Canto sul fiato“ bringt dem Sänger eine Chance, eine Balance zwischen den künstlerischen Spitzenleistungen und dem gesundheitlichen Wohl zu halten. Der Sänger übt seinen Beruf aus, ohne damit verbundene gesundheitliche Probleme zu bekommen.

Die Gesangs- und Atmungstechnik muss dafür aus verschiedenen Blickwinkeln – darunter auch aus dem musikmedizinischen - gründlich erforscht werden. Ziel: die Verankerung der Technik im Gesangsunterricht an den Musikhochschulen in den Ländern der EU.
 

Die Teilnehmer der Studie

Die Studie ist auf zwei Kategorien der Teilnehmer gerichtet:

1)      die professionellen (ausübende oder sich im Studium befindende) Sänger im Alter von 21 bis 40 Jahre;

2)      die Laien:

a)      die Schüler im Alter von 14 bis 20 Jahre;

b)      die Erwachsene im Alter von 20 bis 60 Jahre.

Die Erwartungen

1)      bei den Profis: die Aneignung der Gesangstechnik „Canto sul fiato“ führt (im ästhetischen Sinne) zu einer perfekten Kontrolle des Atems und dadurch: zur Erweiterung des Diapasons, zu einer reinen Intonation, zum nahtlosem Übergang zwischen den Registern und zu einer deutlichen Aussprache der Vokale und der Konsonanten. Des Weiteren fühlen sich die Sänger wie im Laufe des Unterrichts, so auch danach, körperlich wohl. Die Stimmbänder und die anderen am Prozess des Singens beteiligten Organe werden - bei der einwandfrei funktionierenden Stimme - nicht überfordert. 

2)      bei den Laien: mittels der Aneignung der richtigen Atemtechnik werden die Zellen des Körpers des Singenden besser mit Sauerstoff versorgt. Der Singende wird dadurch wie körperlich, so auch geistig gestärkt, und zwar: der Brustkorb entwickelt sich und wird sichtbar größer; die Denkprozesse werden beschleunigt und die Bewegungen der Gliedmaßen präzisiert. Der Anstieg des Hormons Melatonin, welches im Laufe des Prozesses des Singens freigesetzt wird, führt zur Verbesserung des Lebensgefühls und kann auch zur Reduzierung der Schlafstörungen beitragen.